Die Germanen

Odin

Der Griechen Götter wurden laut gepriesen,
Ägyptens Götzen grub man aus dem Staub.
Man wühlt und wühlt in Romas Marmorfließen,
Um zu entringen der Vernichtung Raub.
Was tausende von Jahren eingeschachtet,
Germanengötter blieben unbeachtet.

Vergessen und allein in kühler Grotte
Weilt Saga, von Erinnerung genährt
Die ihr zurückruft, wie sie einst dem Gotte
In gold'ner Schale Weisheitstrank gewährt
Und ihm erzählte von den Urweltstagen
Vor Odin lag die Wahrheit aufgeschlagen

Ursprung der Germanen
Genauso wie bis heute nicht genau geklärt werden konnte, wo der eigentliche Ursprung der Germanen lag, ist auch die Bedeutung des Namens "Germanen" nicht bekannt.
Es gibt einige Vermutungen, was die Bedeutung des Namens angeht. Die Theorien reichen von "Speermänner" bis zu dem lateinischen Wort "Germen", was Menschen mit gleichen Eltern bedeutet. Vielleicht ist dies ein Hinweis darauf, das es sich um Großfamilien handelte. Aber es ist auch möglich, daß es lediglich ein Oberbegriff für einige Stämme aus dem rheinischen Raum war, die von den Römern damals nur schwer auseinander zu halten waren.
Zu den verschiedenen Stämmen dieser rheinischen Germanen sollen auch die Franken, Sachsen, Jüten, Angeln und Cherusker gehört haben.
Daher ist es im Grunde schwer vorstellbar, daß sich diese Völker alle unter dem Begriff Germanen als zu einem Volk gehörig fühlten.
Zudem führten die Stämme untereinander auch häufige Kriege und unterschieden sich auch in ihren Sprachen.

Sprachwissenschaftler haben herausgefunden, das die meisten der europäischen Sprachen ursprünglich aus dem indischen Raum stammen.
Daraus kann man heute schließen, das die Germanen irgendwann einmal dort ihren Ursprung hatten, so wie auch die Perser, Griechen, Kelten und noch einige andere.

Doch obwohl man zwar den sprachlichen Ursprung sozusagen ermitteln konnte, weiß man eben noch immer nicht, wie sie zu dem Volk der Germanen wurden und welchen Weg sie schlußendlich nahmen.


Leider scheinen sie zu dieser Zeit auch noch keine eigene Schrift gekannt zu haben und nutzten auch keine andere. Erst sehr spät entwickelten sie ein Schriftsystem. Um das Jahr 200 hatten sie ihre Schrift soweit entwickelt, daß sie daraus so etwas wie ein Alphabet erstellten, welches sie Futhark nannten.
Diese, uns heute als Runen bekannte Schrift, wurde jedoch meist nur für magische Schriften verwendet.

Runentafel

Die Herkunft der Runen, liegt bis heute im Dunkel der Geschichte.
Auch in den wissenschaftlichen Kreisen, gibt es verschiedene Theorien darüber, ob diese Schriftzeichen ursprünglich aus den Mittelmeersprachen entstammen, oder eine weiterentwicklung der germanischen und Keltischen Stämme sind.

Die Alphabete der Runen werden "Futhark" genannt. Was sich aus den ersten Runenzeichen ergeben hat. Es gibt auch gleich einige verschiedene Futharks:
Das älteste Futhark hat 24 Zeichen und ist wohl das am häufigsten verwendete.

Angeblich soll es ca. 200 v. Chr. entstanden sein und sich dann bis um 500 nach Chr. gehalten haben.
Das jüngere Futhark wurde dann so gegen 700 n. Chr. entwickelt und bestand nur noch aus 16 Runen.
Und das angelsächsische Futhark besteht aus 33 Runen und war bis ins 10. Jahrhundert im Gebrauch.
Das Armanen-Futhark, mit 18 Runen, ist jedoch eine künstliche Erfindung von Guido von List um 1920. Er benötigte diese Erfindung für ein Runenlied von Odin.

Die Runen an sich sind aus einer magisch - bildlichen Tradition heraus entstanden und nicht aus einer sprachlichen. Was ihre Untersuchung etwas erschwert.

Über den Ursprung der Runen gibt es verschiedene Theorien, die jedoch alle nicht sonderlich überzeugen.
Eine Theorie besagt, daß im zweiten Jahrhundert die italienische Halbinsel von Zipern und den Teutonen erobert wurde und dort die Berührung der nordetruskischen und der lateinen Schrift statt fand. Sie erkannten angeblich die Bedeutung der Schrift und schufen nach diesem Vorbild die Runen. Diese Darstellung läßt die germanischen Schriftentwickler als einfalls- und kulturlose Barbaren erscheinen.
Doch wenn man die Kunst und Handwerklichen Fähigkeiten betrachtet, ist dieses eigentlich schwer vorstellbar.

Durch die Mischung verschiedener Sprachen ist es heute kaum noch nachvollziehbar, woher die Runen nun wirklich stammen. Doch in den nordischen Göttergeschichten wird berichtet, daß diese Schrift bereits vor Anbruch der Menschenwelt existierte. Diese Überlieferung verleiht den Runen vielleicht auch die magische Wirkung, die ihnen immer wieder nachgesagt wird.

Das erstaunlichste ist, das viele Runenzeichen bis in unsere heutige Zeit verwendet werden, was vielleicht an der unbewußten Wirkung liegt, die diese Zeichen auch heute noch auf uns ausüben.
So zum Beispiel das Hagalaz, welches als Symbol der amerikanischen Notarztwagen benutzt wird und ebenso das Andreaskreuz, welches bei den Runen Gebo heißt.
Und sogar an alten Fachwerkhäusern kann man Runen entdecken, die die Bewohner schützen und segnen sollten.
Doch gerade dort muß man zwischen statischer Funktion und Kunst am Bau unterscheiden.
Denn nicht alles, was wie eine Rune aussieht, ist auch eine.

Thor

Religion der Germanen
Der religiöse Glaube der Germanen ist sehr viel vielschichtiger, als gemeinhin angenommen wird.
In ihrem Glauben orientierten sie sich nicht nur an den Göttern. Auch Riesen, Zwerge und Elfen hatten ihren Platz in der germanischen Glaubenswelt.
Auch der Unterschied zwischen gut und böse kann nicht eindeutig definiert werden. Alle Gestalten, die in der mythologischen Welt der Germanen existierten, hatten einen entscheidenden Einfluß auf die Stämme der Germanen.

Obwohl die germanischen Götter häufig im Streit mit den anderen Wesen lagen, so wie zum Beispiel mit den Riesen, lebten die mythologischen Gestalten trotz allem in einer Art Einklang miteinander.
Es gibt sogar gemeinsamen Nachwuchs der Götter und anderen mythologischen Geschöpfen.
Der germanische Kriegsgott "Tyr" soll zum Beispiel aus der Verbindung zwischen dem Gott Odin und einer Riesin, deren Name nicht bekannt ist, hervorgegangen sein. Auch die Verwandtschaftsverhältnisse in der mythologischen Welt der Germanen sind schwer durchschaubar.
Und wie so häufig gibt es zu viele Theorien darüber, um sie hier alle aufzuzählen und näher auf sie einzugehen.

Das germanische Wort "Asatru" hat die Bedeutung "Bekenntnis zu den Göttern des Nordens".
Doch wie bereits erwähnt, ist das verwandschaftliche Verhältnis der Götter sehr verworren.
Ursprünglich sollen die Götter aus zwei großen Familien entstammen.
Einige der Götter sollen auch aus dem Geschlecht der Riesen stammen und gleichzeitig auch zu den Asen (eine der Götterfamilien) gehören.

Hier noch eine kleine Übersicht der germanischen Götter und ihrer verwandtschaftlichen Verhältnisse:

Odin
Auch als Wotan oder Woden bekannt, ist der oberste Gott der Germanen. Sozusagen das Gegenstück zum griechischen Zeus. Gelebt haben soll er in der Götterburg "Asgard". Sein Aufgabenbereich war vielseitig und beinhaltete unter anderem die Poesie, das Wissen, Magie und auch Krieg und die Toten.
Begleitet wurde Odin von zwei Raben, mit den Namen Hugin (Gedanke) und Munin (Gedächtnis), sowie von zwei Wölfen, die auf die Namen Geri (Gierig) und Freki (Gefräßig) hörten.

Laut der Sage hat Odin, oder Wotan, ganz wie man es bevorzugt, keine Speisen zu sich genommen. Er soll sich ausschließlich von "erhabenem Wein" ernährt haben.

Er besaß auch einen Speer, welcher ebenfalls einen Namen hatte und niemals sein Ziel verfehlte. Der Name des Speers war "Grungnir".

Odins Hauptbemühen galt dem Ende dieser Welt, dem sogenannten "Ragnarök", das er so weit wie möglich aufschieben wollte. Zu diesem Zweck befragte er auch ein "Auge", welches ihm alle Weisheit von Mimir eröffnete. Odin war der Vater einiger der germanischen Göttersöhne und der Gemahl von Frigg.

Frigg
Sie ist die Frau von Odin und auch unter den Namen "Frigga" oder "Fricka" bekannt.
Sie wird als Göttin der Frauen, besonders der Frauen im mittleren Alter, verehrt und ist ebenfalls für Heim, Familie und den Hausfrieden zuständig.
Aber auch bei Geburten wurde sie angerufen.

Thor
Odins Sohn Thor, auch bekannt unter den Namen Donar oder Thunar. Seine hervorstechensten Merkmale sind seine muskulöse Statur und sein roter Bart.
Er war den Menschen immer wohlgesonnen und befand sich in einem permanenten Kampf gegen die Riesen, um die Götter und Menschen gleichermaßen vor ihnen zu schützen.
Er trug ständig seinen Hammer, mit Namen "Mjöllnir", seinen berühmten Eisenhandschuh und einen Kraftgürtel bei sich, um so den Riesen entgegen zu treten.
Thor gehörte zu den beliebtesten Göttern der Germanen. Verehrt wurde er unter anderem als Gewittergott, der die Blitze schleudert und den Donner erschallen läßt.
Da er ein großer Freund der Menschen war, galt er bei den germanischen Bauern auch als Fruchtbarkeitsgott, weshalb man bei den Germanen bei einer Hochzeit auch der Braut symbolich einen Hammer (Thorshammer) in den Schoß legte.
Thor besaß außerdem noch einen Wagen, mit dem er sich auf der Erde, sowie am Himmel fortbewegen konnte.
Gezogen wurde dieser Wagen von zwei Böcken, die auf die Namen Zahnknirscher und Zahnlücke hörten.

Tyr
In verschiedenen Regionen trägt er auch die Namen Saxnot, Tiwaz, Tiu oder Ziu.
Er war der Himmels- und Regengott und es wird angenommen, das Tyr einmal der eigentliche, oberste Gott war, bevor er durch Odin verdrängt wurde.
Des Weiteren wurde er auch als Kriegsgott angerufen, damit er ihnen Glück in der Schlacht brachte.
Es gibt eine sogenannte Tiwaz-Rune, die ihm entsprechen soll und die oft auf die Waffen geritzt wurden, da sie Sieg bedeutete.

Baldur
Auch Balder genannt, war der Sohn von Odin und Frigg. Er war der strahlende Lichtgott, der das Gute und die Gerechtigkeit verkörperte.
Durch Loki angestiftet, wird Baldur von Hödr getötet. Zur Mittsommernacht wird auch heutzutage von einigen "Heiden" ein Fest zu seinen Ehren gefeiert.
Er gehörte mit zu den beliebtesten Göttern. Man sagte ihm nach, das durch ihn die Blumen wachsen und er immer zum Wohle aller entschied.

Loki
Loki, sozusagen die schillernste Gestalt in der germanischen Götterwelt.
Von seiner Abkunft her eigentlich kein Gott, entstammt er einem Riesengeschlecht.
Als Blutsbruder von Odin, wird er von diesem nach Asgard gebracht.
Immer wieder bringt Loki Unglück über die germanischen Götter, bis er eines Tages sogar ausschlaggebend für den Untergang der Götter verantwortlich wird.
Zusammen mit der Riesin Angrboda zeugt Loki drei "Monster", die Midgardschlange, den Wolf Fenrir und die Totengöttin Hel, von denen die Götter später in bekämpft werden.
Loki ist zwar intelligent, aber auch chaotisch und seine "Grenzüberschreitungen" haben meist einen destruktiven Charakter, im Gegensatz zu Odin, bei dem die Kreativität überwiegt.

   
 

 

 

 
   




 

 

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