Maya

Statue eines Maya Würdenträgers

Das Siedlungsgebiet der Maya erstreckte sich über weite Teile Südamerikas.Die Nord-Süd Ausdehnung betrug ungefähr 900 Kilometer und die Ost-West Ausdehnung betrug ebenfalls noch ca. 550 Kilometer. Ihr Territorium erstreckte sich über das südöstliche Mexiko, Guatemala, Belize (Brit. Honduras), West Honduras, sowie über Yucatan und Quintana.
Das Territorium der Maya läßt sich in drei geographische Zonen einteilen:

1. Das südliche Bergland, mit Höhen bis zu 4000 Meter und einem gemäßigten Klima mit Sommerregen, eignete sich durch die günstigen Bodenverhältnisse besonders gut für den Feldbau.

2. Das Zentralgebiet verfügte über einen tropischen Regenwald mit weitverzweigten Flußsystemen.

3. Das Flachland auf der Halbinsel Yucatan verfügt über dichtes Buschwerk, hat jedoch keine oberirdisch verlaufenden Flüsse, was sich durch die Tatsache erklären läßt, daß die gesamte Halbinsel Yucatan aus Kalk aufgebaut ist. Dadurch sickert sämtliches Wasser in den Boden und fließt unterirdisch ab. Nur dort, wo Einbrüche in der Kalkplatte entstehen, bilden sich kleine Teiche, die sogenannten Cenotes.

So wie die geographischen Zonen, sind auch die zeitlichen Abläufe der Maya-Kultur in drei Perioden aufgeteilt:

1. Die Vorklassische, oder auch formative Periode genannt, erstreckte sich von ca. 1500 v.Chr. bis ca. 200 n.Chr. Zu dieser Zeit beruht die Kultur der Maya auf der gleichen Grundlage, wie auch die der übrigen mesoamerikanischen Völker. Als sesshafte Bauern ließen sie sich in kleinen Siedlungen nieder. Die Religion und kulturelle Handlungen stehen im Vordergrund dieser Kulturepoche. Zu dieser Zeit beginnt auch die Pyramiden-Architektur, woraus sich auch entnehmen läßt, dass bereits Priester vorhanden waren und auch Gottesdienste durchgeführt wurden. Später wurden die Priester, damit sie sich ganz auf ihre kultische/religiöse Aufgabe konzentrieren konnten, von der Gemeinde wirtschaftlich unterstützt. Durch die Beobachtungen des Tages-, sowie des Jahreslaufs der Sonne und der Gestirne, entwickelten sie ihren Kalender. Ihre Keramik war einfarbig und formschön. Das Dekor wurde weitgehend in die Tongefäße eingeritzt. Ihre Tonfiguren zeigen noch starke Ähnlichkeit mit denen anderer mesoamerikanischer Kulturen.

Gegen Ende dieser Periode beginnt die Eigenständigkeit der Maya-Kultur, die sich immer mehr von den anderen mesoamerikanischen Kulturen absonderte. Auch die Kunst und die Wissenschaft entwickelten sich zum Ende dieser Periode, die ohne scharfe Trennungslinie in die klassische Periode überging, zu der sie jedoch die entscheidenden Grundlagen gelegt hat.

2. Die Klassische Periode ist in der Zeit von ca. 200 - 900 n.Chr. angesiedelt und erlebte vor allem im Zentralgebiet der Maya die Blütezeit dieser Kultur. Hier entstanden große Städte, wie zum Beispiel Palenque, Tikal oder Copán, die sowohl als politische, wie auch religiöse Zentren genutzt wurden. Von dort aus herrschten die Fürsten und die Priester-Fürsten über die im Umkreis verstreute bäuerliche Bevölkerung. In den Städten lebten die hierarisch gegliederten Kasten der Priester, natürlich die Krieger und Verwaltungsleute, sowie auch die Kunsthandwerker und die Händler.

Während der klassischen Periode erreichte die Architektur der Maya ihren Höhepunkt.

Jaguarpyramide in Tikal

Die Städte wurden durch die steil aufragenden Pyramiden, die als Tempelträger dienten, geprägt. Sie besitzen ein hohes, prächtiges Ziergiebeldach und reichlich verzierten Fassadenschmuck. Umgeben sind sie von flachen, jedoch massig wirkenden Gebäuden.

Die Töpferkunst in diesem Zeitraum entfaltet sich ebenfalls zu ihrer höchsten Blüte und zeichnet sich durch schlichte Formen aus, die eine reichliche polychrome Bemalung hatten. Die Motive bezogen sich häufig auf die Darstellung von Göttern, deren Priestern und auf weltliche Würdenträger. Außer den bemalten Töpferarbeiten fertigten sie Gefäße von hoher handwerklicher Fertigkeit an, die mit schwungvollem Reliefdekor verziert waren. Die Vielfältigkeit dieser Arbeiten zeigt einerseits die tiefe Religösität, aber auch die verherrlichende Selbstdarstellung der herrschenden Kasten.

Die Hieroglyphenschrift der Maya, deren Anfänge in der vorklassischen Periode angesiedelt sind, findet in der klassischen Periode ihren Abschluß. Auch auf Tongefäßen, Tempeln und Steinplastiken finden sich nun erklärende Inschriften in Maya-Hieroglyphen. Von den Bilder-Handschriften der Maya sind leider nur drei Exemplare erhalten geblieben. Dies sind der Codex Madrid, der Dresdner Codex und die Pariser Handschrift. Ihr Inhalt bezieht sich meist auf die Mythologie der Maya und auf ihren astronomischen Kalender.

Die Maya benutzen das sogenannte Vigesimalsystem, mit Punkt - bzw. Punkt-Strich Ziffern und eine selbstständige Erfindung des Stellenwertes der Null, was ihnen exakte mathematische Berechnungen erlaubte. Mit dieser Art der Mathematik war auch ihr Kalendersystem eng verbunden. Die Maya kannten dadurch zwei Jahreseinteilungen: 1. Das Sonnenjahr mit 365 Tagen, das in 18 Monate plus 5 einzelnen Tagen aufgeteilt war. Diese einzelnen 5 Tage galten als Unglückstage und trugen keinen Namen.

2. Die zweite Jahreseinteilung hatte 260 Tage und verfügte über einen rein religiös-astronomischen Charakter.

3. Die Nachklassische Zeit beginnt ca. 900 n.Chr. und endet sozusagen mit der Eroberung der Maya durch die Spanier. Bereits zu Beginn dieser Periode ist eine starke Zäsur der kulturellen Entwicklung der Maya festzustellen. Durch das Eindringen mexikanischer Völkerschaften wurden möglicherweise größere, politische Umwälzungen in Gang gesetzt. Dadurch wurden immer mehr der kulturell führenden Städte im Zentralgebiet von den Maya verlassen.. In diesem Zeitraum entstehen neue Städte im nördlichen Teil ihres Siedlungsgebietes. Auf der Halbinsel Yucatán enstehen die bedeutensten Städte, zu denen Chichén Itzá, Uxmal, Mayapán und noch einige andere gehören.

Um das Jahr 1000 n.Chr. kommen die aus Tula (Zentral-Mexiko) vertriebenen Tolteken nach Yucatán. Für ca. 300 Jahre vermischen sich die beiden Völker und die Tolteken drücken den Maya einen kulturellen Stempel auf. Diese Zeit wird die Maya-toltekische Phase genannt.

Um 1200 n.Chr. gelingt es den Herrschern von Mayapán die sogenannte Liga von Mayapán zu gründen, zu der dann auch Chichén Itzá und Uxmal gehörten. Es war die erste größere politische Gemeinschaft der Maya, doch bereits im 15.Jahrhundert zerfiel diese Verbindung wieder in einzelne kleine Fürstentümer, die sich dann wieder untereinander bekämpften.

Durch diese Uneinigkeit der Maya Fürstentümer gab es auch keinen vereinigten Widerstand, als die Spanier 1541 in Yucatán eindringen. Lediglich das Maya Geschlecht der Itzá, das sich nach Tayasal, ins Zentralgebiet der Maya zurückgezogen hatte, konnte noch bis 1697 seine Unabhängigkeit bewahren.

   
 

 

 

 
   




 

 

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