Zapoteken

Mitla Hauptstadt der Zapoteken

Die Zapoteken, oder auch Wolkenmenschen genannt, siedelten sich in der Zeit um 500 v. Chr. am Berg Mon-teh al-Ban oder einfach Monte Albán an. Sie gründeten eine Art Stadtstaat und lebten dort als sesshafte Stadtbewohner. Zur Blütezeit der Zapoteken, welche zwischen 200 - 800 n.Chr. stattfand, lebten über 16.000 Menschen in der terassenförmig angelegten Stadt.

Bevor die Zapoteken um 1521 chritianisiert wurden, verehrten sie einen obersten Schöpfergott. Dieser Gott vereinigte den Tod ebenso wie das Leben in sich. Aber auch Götter für den Regen, die Fruchtbarkeit und der Unterwelt wurden verehrt. Jeder dieser Götter hatte in der mythologischen Glaubensvorstellung der Zapoteken seinen eigenen Platz.

Durch Orakel konnten die Priester der Zapoteken sozusagen mit ihren Göttern sprechen, oder zumindest ihre Wünsche und Anweisungen deuten.
Mit Opferblut von Tieren und auch von Menschen wurde den Göttern gehuldigt.
Durch Berichte spanischer Missionare, ebenso wie durch archäologische Funde, konnte nachgewiesen werden, daß diese blutigen Rituale tatsächlich stattgefunden haben. Zahlreiche Obsidianmesser, Opferschalen und Blutbesprengte Altäre beweisen es.

Auch das berühmte Ballspiel, welches sich bei den Atzteken ebenfalls größter Beliebtheit erfreute, wurde von den Zapoteken gern gespielt. Wie die meisten Bauwerke, so hatte auch das Ballspiel einen mythologischen Hintergrund.

Ballspielplatz in Monte Albán

Ein Ball aus massivem Kautschuk mußte von zwei gut ausgebildeten Mannschaften möglichst lange in der Luft gehalten werden. Die Spieler symbolisierten unter anderem die Sonne, den Wind und die Götter. Die Mannschaften waren nicht nur einfache Sportler. Im Gegenteil, ihr Auftrag war es sozusagen, für den Fortbestand des Universums zu sorgen. Natürlich auf symbolischer Basis.
Der Spielführer - und manchmal auch die gesamte Verlierermannschaft - wurde nach dem Spiel den Göttern geopfert. Ihr Blut galt als besonders bevorzugtes Opfer für die Götter.

In der Zeit zwischen 1000 und 1500 n.Chr. wurden die Zapoteken aus ihrer Heimat vertrieben. Die Mixteken eroberten Monte Albán und siedelten selbst in der Stadt.
Das Volk der Zapoteken wanderte weiter und gründete ihre neue Hauptstadt Mitla.
Die neue Hauptstadt der Zapoteken umschließt fünf Palastkomplexe von meisterhafter Architektur. Die Atzteken, aus deren Sprache der Name Mitla stammt, bezeichneten den Ort als "Stadt der Toten", was auch die eigentliche Bedeutung des Wortes Mitla ist.
Einige Forscher vermuten auch, daß Mitla keine rein Zapotekische Stadt war, sondern ebenfalls Mixtekischen Einfluß unterlag.

Obwohl die Ausgrabungstelle heute auf den ersten Blick für die meisten Besucher eher enttäuschend erscheint, trügt dieser Eindruck. Der erste große Hof den man sehen kann, ist an drei Seiten von prächtigen Gebäuden umschlossen, in deren Zentrum sich ein Tempel befindet. Die gesamte Architektur dieser Stadt läßt auf ein hohes künstlerisches sowie technisches Wissen schließen.
In allen Gebäuden finden sich Hinweise auf die Mythologie der Zapoteken, die sich ebenfalls bei den Mixteken, Atzteken, Maya und anderen indianischen Völkern Südamerikas und Mexikos wiederfinden.

Als die Spanier später nach Mitla kamen, standen die Zapoteken erneut unter der Herrschaft der Mixteken und hatten keine eigenen Städte mehr.
Monte Albán wurde zu dieser Zeit bereits nur noch als Begräbnisstätte der Mixteken benutzt.

Heute leben noch etwa 30.000 Zapoteken im Tal von Oaxaca, wo sich auch Monte Albán befindet. Und obwohl sie ab dem Jahre 1521 immer mehr christianisiert wurden, finden sich bis heute Elemente aus dem alten Volksglauben in ihren christlichen Ritualen wieder. Manche wurden sehr verfremdet, was schon aus Angst vor den damaligen spanischen Missionaren geschah, andere haben ihren ursprünglichen Charakter behalten.

Wie auch die Schriften der Maya, so sind die schriftlichen Aufzeichnungen der Zapoteken, die es durchaus gegeben haben soll, von den Spaniern als "Teufelswerk" verbrannt worden.
So gingen - wie leider viel zu oft - unwiederbringliche Zeugnisse der Geschichte, der Mythologie und vielleicht auch über deren Ursprung für immer verloren.

   
 

 

 

 
   




 

 

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