Ägypten beflügelt seit jeher die Fantasie von Archäologen

Ägypten beflügelt seit jeher die Fantasie von Archäologen

Denkt man an Archäologie, dann fallen einem sofort die Pyramiden in Ägypten ein. Sie beflügeln seit vielen Jahrhunderten die Fantasie der Geschichtsforscher. Ob Totenmasken, Tempel, Pharaonengräber und wertvoller Schmuck, Ägypten erwies sich lange Zeit als ideale Grabstätte für Archäologen aus aller Welt.

Spektakuläre Funde lenkten das Augenmerk der Öffentlichkeit auf das Land am Nil, dessen untergegangene Hochkultur ihre Zeit lange geprägt hatte. Erst vor wenigen Jahren entdeckten Ägyptologen aus Tübingen in der ägyptischen Stadt Sakkara eine vergoldete Mumienmaske. Dieser Sensationsfund reihte sich ein in eine lange Reihe an spannenden Entdeckungen. Diese sind zuletzt selten geworden, schließlich wurden schon viele Gräber bereits in der Antike geplündert. Deren Inhalt ist oft für immer verloren gegangen. Die folgenden Funde sind jedoch in die Geschichte der Archäologie eingegangen.

Der Stein von Rosette war der Schlüssel

Im Jahr 1799 entdeckte ein französischer Offizier während der Expedition Napoleons in Ägypten den Stein von Rosette. Dieser stammt aus dem Jahr 196 vor Christus und enthält den gleichen Text in drei verschiedenen Sprachen. Dabei handelt es sich um Altgriechisch, Demotisch und Hieroglyphen. Mithilfe dieses Steines gelang es der Wissenschaft die Hieroglyphen zu entschlüsseln, weil sie auf dem Stein von Rosette gewissermaßen eine Übersetzung der Zeichen vorfanden. Heute kann man diesen Sensationsfund im British Museum in London bewundern.

60 Jahre Forschung im Grab von Tutanchamun

Der ägyptische Pharao Tutanchamun hatte bereits vor rund 3300 Jahren gelebt. Als sein beinahe vollständiges Grab im Jahr 1922 von dem Ägyptologen Howard Carter entdeckt wurde, galt dies als Sensation. Schließlich fanden sich in dem Grab nicht nur die Mumie, sondern auch zahlreiche Grabbeigaben. Es sollte Jahre dauern, bis die Kammern vollständig untersucht waren. Erst im Jahr 2016 stellten Wissenschaftler fest, dass ein berühmter Dolch aus dem Grab wahrscheinlich aus dem Eisen eines Meteoriten hergestellt worden war. Es sollte 60 Jahre dauern, bis das Ausmaß dieser Grabstätte klar wurde. Erst in den 1990er Jahren entdeckten die Archäologen, dass es noch viele weitere Kammern, Räume und Gänge zu bieten hat. Darunter befand sich auch KV5 als das größte Grab im Tal der Könige. Dieses war ursprünglich für die Könige von Pharao Ramses II bestimmt.

60 Jahre Forschung im Grab von Tutanchamun
60 Jahre Forschung im Grab von Tutanchamun

Lange Zeit rankten sich Gerüchte rund um die berühmte Fundstätte des Tutanchamun. So erhoffte man sich in unmittelbarer Nähe das Grab der berühmten Nofretete zu finden, doch bislang war die Suche diesbezüglich erfolglos. Deren letzte Ruhestätte blieb bis heute verschollen. Was man jedoch bereits gefunden hat, ist die Büste der Nofretete. Diese fand der deutsche Archäologe Ludwig Borchardt im Jahr 1912 in Amarna. Die Abbildung der Frau von Pharao Echnaton lockte bisher Millionen Besucher an, um sie zu bewundern. Ihren vorläufigen Platz hat die berühmte Büste im Neuen Museum Berlin gefunden. Sie ist 3300 Jahre alt und aus Kalkstein, sowie mehreren Lagen Gips modelliert. Die nur 47 Zentimeter hohe Büste sorgte allerdings immer wieder für Streit zwischen Deutschland und Ägypten, denn das Land der Pharaonen hätte sie gerne wieder zurück.