Das Tal der Könige entpuppte sich als Paradies für Archäologen

Das Tal der Könige entpuppte sich als Paradies für Archäologen

Das Tal der Könige in Ägypten ist legendär. Die alten Ägypter haben in diesem ausgetrockneten Flusstal zweitausend Jahre vor Christus zahlreiche Gräber in den Fels geschlagen. Diese bestechen nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch ihre Schönheit, die ihre Besucher bis heute in den Bann schlagen. Hier wurden die sterblichen Überreste aller Herrscher des Neuen Reiches in Ägypten seit dem Pharao Thusmosis I bestattet. Dieser Friedhof der Könige ist eine heilige Stätte im Land der Pharaonen.

500 Jahre Geschichte an einem Ort

Die alten Ägypter errichteten ihre Nekropolen grundsätzlich westlich der jeweiligen Stadt. So befanden sich die Gräber immer auf dem Weg nach dem Land der Toten. Die Schlucht des Tales der Könige war einst in den Felsen verborgen, heute gibt es zahlreiche bequeme Zufahrtsstraßen, die es den Besuchern ermöglichen, dieses archäologische Wunder zu bestaunen. Das Tal der Könige liegt gegenüber von Luxor und ist wohl die bekannteste und am meisten besuchte Totenstadt der Welt. In ihr verborgen ist der bekannteste Friedhof der Welt. Diesen haben unzählige ägyptische Arbeiter unter der glühenden Sonne in den Fels gehauen. Das ausgetrocknete Flusstal diente in der Zeit von 1550 bis 1075 vor Christus als ewige Ruhestätte für die sterblichen Überreste der Herrscher des sogenannten Neuen Reiches. Im Zuge der Ausgrabungen legten die Archäologen insgesamt 26 Pharaonengräber frei.

Dieses Tal war einst die heiligste Stätte des Reiches. Ihre Kammern waren randvoll mit Schätzen unterschiedlichster Art. Dazu zählten nicht nur die wertvollen Grabbeigaben, sondern auch Dinge des alltäglichen Gebrauchs und des religiösen Lebens. Die Wände der Gräber wurden von unbekannten Meistern mit den Führern durch die Unterwelt bemalt, sie sollten den zur Ruhe gebetteten Herrschern den Weg weisen. All das macht das Tal der Könige auch heute noch, rund 3.000 Jahre später, immer noch zu einem geheimnisvollen und furchteinflößenden Ort. Insgesamt hat man im Laufe der Jahre 63 Gräber entdeckt. Diese waren allerdings nicht alle für Pharaonen bestimmt, lediglich vier bis fünf kann man der königlichen Familie zuordnen. Fünf weitere waren offenbar für Privatpersonen bestimmt, einige für Beamte und einige sogar für Tiere. Das berühmteste ist sicherlich jenes von Tutanchamun. Zuletzt wurde im Jahr 2005 ein weiteres Grab freigelegt.

Thutmosis I gab den Ausschlag
Thutmosis I gab den Ausschlag

Thutmosis I gab den Ausschlag

Über den Initiator des Tals der Könige sind sich die Forscher bis heute nicht einig geworden. Es müsste sich entweder um König Thutmosis I handeln oder um seine Tochter, die um 1500 vor Christus über Ägypten herrschte. Hatschepsut käme daher ebenfalls infrage. Ihr Vater wollte, dass seine Grabstätte vom Totentempel trennen und nicht mehr in einem prächtigen Monument begraben werden. Er bestand darauf, dass sein Körper an einem geheimen Ort aufbewahrt werden sollte. Sein Architekt ließ daher in dem abgelegenen Tal einen Schacht graben, eine Treppe anlegen und darunter die Grabkammer ausheben. Diesem Schema folgen dann rund 500 Jahre lang alle weiteren Pharaonen. Sie gemeinsam begründeten diese Nekopole, die von Millionen Menschen besucht wird.