Deutsche Forscher entdecken eine Nekropole im Wüstensand

Deutsche Forscher entdecken eine Nekropole im Wüstensand

Wer sich für Archäologie interessiert, sollte der neuen Dokumentarserie „Königreich der Mumien“ auf National Geographic eine Chance geben. Die Filmemacher schauen den Archäologen bei ihrer Arbeit über die Schulter. Während diese verborgene Grabkammern entdecken und jahrtausendalte Sarkophage öffnen sind die Kameras immer mit dabei. Sie geben uns einen spannenden Einblick in die Arbeit der Forschung und ihre Erkenntnisse.

Neue Erkenntnisse zur Mumifizierung

20 Kilometer südlich von Kairo liegt einer der wichtigsten Nekropolen des alten Ägyptens. Hier arbeiten bereits seit Jahrzehnten Archäologen daran die letzten Geheimnisse dieser Hochkultur zu entschleiern. Mit dabei ist auch Dr. Ramadan Hussein, des Instituts für die Kulturen des Alten Orients in Tübingen. Er machte genau dort einen sensationellen Fund. Das Team legte ein vollkommen erhaltenes antikes Gräberfeld frei und förderte unermessliche Schätze zutage. Diese waren jahrhundertelang vor neugierigen Augen verborgen. Doch damit nicht genug, brachten die Funde zahlreiche Erkenntnisse der Vergangenheit ins Wanken. Dies betrifft vor allem die Technik der Mumifizierung. Das Wissen darüber muss nun wohl adaptiert werden.

Eine Stadt unter der Erde

Die neue Serie begleitet Dr. Hussein und sein Team und folgt ihnen hinab zu den Grabkammern. Diese Arbeit ist durchaus mit Risiken verbunden, wie man bereits in der ersten Folge sehen kann. Immerhin befinden sich die Funde in einer Tiefe von 30 Metern. Die tonnenschweren Steinsarkophage und die erste ägyptische Leichenhalle stehen im Mittelpunkt weiterer Folgen der Dokumentation. Spannend ist die Entdeckung einer Mumifizierungswerkstatt mit einer Grabanlage aus dem Zeitraum rund um 600 v. Christus in Sakkara. Die Forscher entdeckten die Anlage bei den Grabungen unweit einer Stelle, an der andere Archäologen im Jahr 1899 ihre Suche wieder abgebrochen hatten.

Ein Schacht führte zu dieser Werkstatt aus der 26. Dynastie, die heute auf die Zeit von 664 bis 525 vor Christus datiert wird. Darin fanden sich zunächst sechs Grabkammern mit 17 unberührten Mumien. In weiterer Folge stießen die Forscher auf zahlreiche Grabbeigaben, Figuren, steinerne Sarkophage und Gefäße, in denen die Organe der Verstorbenen aufbewahrt wurden. Nach Abschluss der Arbeiten konnten die Archäologen insgesamt 54 Mumien bergen. Die moderne Technik des Laserscannings enthüllte eine Anlage, die wie eine Stadt unter der Erde erscheint.

Eine Stadt unter der Erde
Eine Stadt unter der Erde

Wertvolle Schätze

Die erstaunlichste Entdeckung war sicherlich eine Silbermaske, die das Gesicht einer Priesterin bedeckte. Sie ist die erste ihrer Art sei mehr als 80 Jahren, die bei Ausgrabungen geborgen werden konnte. Immerhin war Silber zur damaligen Zeit fast doppelt so wertvoll wie Gold. Lediglich drei solcher Masken sind heute vollständig erhalten. Die Mumifizierungsanlage wird die Forschung besonders interessieren. Diese bietet erstmals einen tiefen Einblick in die verwendeten Techniken. Sie enthält ein eigenes Belüftungssystem, Abwasser-Rinnen und eine Weihrauch-Brenner. Gebrauchsanweisungen geben Auskunft darüber welche Substanzen zur Balsamierung eingesetzt werden sollten, darunter befanden sich Harze und Öle. „Königreich der Mumien“ läuft seit 2. Juni immer Sonntag um 21.50 Uhr auf National Geographic. Die Zuschauer können Dr. Hussein und sein Team auf ihrer Reise in die Vergangenheit begleiten. Es ist eine Geschichte von Göttern, Priestern und gewöhnlichen Menschen, die Einblick in die Bestattung von vor 2.600 Jahren gibt.