Diese Archäologie-Funde haben 2019 für Aufsehen gesorgt

Diese Archäologie-Funde haben 2019 für Aufsehen gesorgt

Archäologie sorgt immer noch regelmäßig für Aufsehen in den wissenschaftlichen Communities. Regelmäßig erblicken neue und aufregende Funde das Licht der Öffentlichkeit. Auch im Jahr 2019 haben Archäologen wieder Erstaunliches entdeckt.

Das ist der beste Gegenbeweis für die These, dass in der Archäologie die beste Zeit bereits vorbei sei. Natürlich sind die ganz großen Entdeckungen, wie das Grab des Tutanchamun oder unberührter Städte der Mayas im Regenwald, bereits Geschichte, doch das bedeutet nicht, dass nicht noch weitere Schätze unter der Erde oder in unentdeckten Gebieten lagern. Den besten Beweis dafür hat das vergangene Jahr geliefert.

Fincha Habera in Äthiopien

Diese Höhle in Äthiopien hat es in sich. Sie hat besondere geschichtliche Relevanz, denn dort entdeckten Forscher 2019 die älteste Hochgebirgssiedlung der Welt. Vor rund 47.000 Jahren lebten in Fincha Habera vor allem Jäger und Sammler. Die Siedlung liegt auf einer Höhe von 3.500 Metern Höhe. Die gefundenen Alltagsgegenstände wie Werkzeuge zeigen, dass Menschen hier mehrere tausend Jahre lang gelebt, gearbeitet und gekocht haben. Ein besonders beliebtes Gericht dürfte aus der Riesenmaulwurfratte zubereitet worden sein. Ausschlaggebend für die Siedlung in dieser ungewöhnlichen Höhe könnte das dort vorkommende Vulkanglas Obsidian gewesen sein. Daraus haben die Menschen besonders scharfe Klingen hergestellt. Offenbar gab es damals in diesen Lagen ausreichen Nahrung, daher konnte sich die Siedlung in Fincha Habera dauerhaft halten.

Die Baishiya-Höhle in Xiahe in China

Auch die nächste Entdeckung führte die Archäologen in lichte Höhen. Sie gelang durch die Anwendung einer DNA-Analyse. In den 1980er Jahren fand ein Mönch auf dem tibetischen Hochplateau menschliche Knochen zusammen mit Werkzeugen aus Stein, sowie bearbeiteten Tierknochen. Im Kiefer steckte noch ein Backenzahn, den Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig genauer untersuchten. Das Ergebnis brachte Erstaunliches zutage. Der Zahn bewies, dass der Mensch eng mit dem sogenannten Denisova-Menschen verwandt war. Dieser dürfte vor rund 40.000 Jahren mit dem Neandertaler in Eurasien gelebt haben. Doch den einzigen Nachweis für diesen Menschen lieferten bisher Funde aus Russland. Die neue Entdeckung ist jedoch 160.000 Jahr alt und die bisher einzige außerhalb von Sibirien. Der Zahn lieferte auch den Beweis, dass der Denisova-Mensch tatsächlich, wie bisher nur vermutet, den heutigen Tibetern und Bewohnern des Himalaya-Gebirges ein Gen vererbt hat, das ihnen ein Leben in diesen Höhen ermöglicht.

Der Roopkund-See in Indien

Der Roopkund-See in Indien
Der Roopkund-See in Indien

Der Roopkund-See im Himalaya gab den Forschern lange Zeit Rätsel auf. Er liegt in Indien auf 5.029 Metern Höhe. Schon vor Jahren wurden hier menschliche Skelette gefunden. Doch woher diese kamen und wie sie lebten, ließ sich nicht mehr rekonstruieren. Es handelte sich dabei vornehmlich um Frauen und Kindern. Man vermutete, dass es sich um Pilger gehandelt haben könnte. Die Untersuchung mit den neuesten wissenschaftlichen Methoden förderte zutage, dass die Menschen zu unterschiedlichen Zeiten umgekommen waren. Diese lagen weit auseinander, wobei die meisten rund um 800 nach Christus starben. Andere verstarben rund 1.000 Jahre später. Die Auswertung der DNA zeigte, dass die Opfer mit den Menschen in Indien verwandt waren, andere wiederum kamen offensichtlich aus dem heutigen Griechenland. Dieses Rätsel bleibt vorerst ungelöst, doch neue Datierungstechniken führen die Archäologen immer näher an die Wahrheit heran. Man kann also davon ausgehen, dass auch diese Frage früher oder später geklärt wird.