Ging die römische Republik wegen einem Vulkan unter?

Ging die römische Republik wegen einem Vulkan unter?

Das Römische Reich und seine wechselvolle Geschichte füllen ganze Bibliotheken. Doch was Forscher nun ausgegraben haben wollen, ist tatsächlich neu. Nicht die berühmte römische Dekadenz, die Ermordung von Julius Caesar oder die enorme Ausbreitung des Riesenreichs sollen zum Untergang der römischen Republik geführt haben, sondern möglicherweise ein Vulkan. Als wäre diese Theorie noch nicht verrückt genug, so macht auch die geografische Lage des Übeltäters staunen. Er befindet sich nämlich nicht auf dem Boden des heutigen Italiens, sondern in Alaska.

Was sich weithergeholt anhört, ist bei näherer Betrachtung nicht ganz abwegig. Schließlich stellen wir gerade am eigenen Leib fest, dass eine Veränderung des Klimas das Leben auf der Erde massiv beeinflussen kann. Warum sollte das in der Vergangenheit anders gewesen sein? Die Wissenschaft richtet jedenfalls ihren Blick verstärkt auf die Vergangenheit, um herauszufinden, ob es Zusammenhänge zwischen klimatischen Veränderungen und Umbrüchen in der Geschichte gegeben haben könnte. Eine im Fachblatt „PNAS“ veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein großer Ausbruch eines Vulkans in Alaska im Jahr 43 vor Christus mitgeholfen haben könnte, dass die römische Republik untergeht.

Ein Ausbruch veränderte das Klima weltweit

Das internationale Forscherteam stützte sich dabei auf historische Aufzeichnungen. Diese belegen, dass es im Zentrum der römischen Republik im Jahr 44 zu einem ungewöhnlichen Kälteeinbruch kam. Die Folgen waren verheerend. Die Temperaturen sanken ab, die Niederschläge nahmen stark zu und Missernten waren nicht mehr zu vermeiden. Daraus resultieren Hungerkatastrophen, Krankheitswelle und Aufstände. Die Klimaveränderung war also der erste Dominostein, der eine große politische Instabilität auslöste und nach zahlreichen Machtkämpfen das Ende der Republik einläutete. Was folgte, war das römische Kaiserreich.

Das Klima hat in der Geschichte schon einmal das Imperium stark beeinflusst. Während des römischen Klimaoptimums, das rund 500 Jahre lang andauern sollte, gab es im Mittelmeerraum ein stabil warmes und feuchtes Klima. Dementsprechend florierte das Reich und dehnte sich immer weiter aus. Doch mittendrin soll das Klima den Sturz der Republik verursacht haben. Der Verdacht auf eine klimatische Veränderung bedingt durch einen Vulkanausbruch ist nichts Neues. Doch nun wollen die Forscher den Schuldigen identifiziert haben. Joe McConnel vom Desert Research Institute in Reno und Joe Manning von der Yale University scharten ein Team um sich und machten eine erstaunliche Entdeckung.

Ein Ausbruch veränderte das Klima weltweit
Ein Ausbruch veränderte das Klima weltweit

Im Jahr 43 vor Christus brach der Okmok, ein Vulkan in Alaska aus. Untersuchungen von Eisbohrkernen brachten vulkanische Ablagerungen zutage. Deren Signatur passte zum fraglichen Vulkan. Weitere Untersuchungen erbrachten den Beweis, dass der Vulkan im fraglichen Zeitraum offenbar zweimal ausgebrochen war. Es dürfte sich sogar um einen der stärksten Ausbrüche der jüngeren Geschichte gehandelt haben. Solche Katastrophen haben einen bedeutenden Einfluss auf das Klima. Die enorme Menge an Asche wird durch den Wind verbreitet und gelangt in die Atmosphäre. Dort vermindern sie die Sonneneinstrahlung, es kommt zu einer Abkühlung. Die Forscher schätzen, dass sich dadurch die Temperaturen um bis zu sieben Grad Celsius verändert haben könnten. Gleichzeitig nahm der Niederschlag dramatisch zu. Die Folgen müssen für die Bewohner der römischen Republik verheerend gewesen sein. Die Hungersnöte und Missernten dürften die politischen Entwicklungen beschleunigt und somit zu einem dramatischen Umbruch in der Geschichte geführt haben.