Zweites Stonehenge entdeckt

Zweites Stonehenge entdeckt

Stonehenge zählt zu den berühmtesten Monumenten der Welt. Das in der Jungsteinzeit errichtete Bauwerk findet sich in der Nähe von von Amesbury, England. Nun haben britische und österreichische Archäologen ein riesiges prähistorisches Monument in der Nähe von Stonehenge entdeckt. Die Forscher fanden zumindest 20 Schächte. Diese weisen einen Durchmesser von bis zu zehn Metern auf und sind rund fünf Meter tief. Sie umgeben Durrington Walls, das ist eines der größten Monumente der Region, in Kreisform.

4.500 Jahre alt

Der Ring rund um die Anlage hat einen Durchmesser von rund zwei Kilometern Länge. Im Zentrum befindet sich die Anlage von Durrington Walls. Sie wird auch als Super-Henge bezeichnet. Die Forscher haben mithilfe einer C-14-Datierung von Bohrkernen festgestellt, dass diese vor rund 4.500 Jahren errichtet wurde. Nun stellt sich die Frage, wofür die Schächte gut waren? Die Wissenschaftler vermuten, dass sie eine Grenze dargestellt haben. So sollten Unbefugte davon abhalten, das rituelle Gebiet zu betreten. In Interviews betonten sie, dass die Schächte in Kombination mit dem Super-Henge eines der größten und komplexesten bekannten Monumente der Steinzeit darstellen würden.

Teamwork von Forschers aus Österreich und Großbritannien

Die Arbeiten an dem umfangreichen Projekt dauerten rund sechs Jahre lang. Daran beteiligt war der Archäologe Wolfgang Neubauer vom Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie in Wien, gemeinsam mit Kollegen der Universitäten Birmingham und Bradford. Sie arbeiteten in einem Gebiet mit einer Fläche von mehr als 16 Quadratkilometern. Diese wurde mithilfe eines Bodenradars und einem Magnetometer Schritt für Schritt erkundet. Die Geräte lieferten 3D-Bilder von den Strukturen im Boden. Diese Technik macht es möglich im Boden verborgene Anlagen zu entdecken.

Deutlich größer als Stonehenge

Die bekannteste Anlage dieser Art ist zweifellos Stonehenge. Diese beflügelt die Fantasie ihrer Anhänger seit langer Zeit. Es hat einen Durchmesser von nur 110 Metern. Da ist das drei Kilometer entfernte Durrington Walls mit einem Durchmesser von 500 Metern schon deutlich größer. Bereits vor fünf Jahren wiesen die Forscher nach, dass die Anlage ursprünglich von rund 200 Holzpfosten umgeben war. Diese sind jedoch nicht mehr erhalten, lediglich die Gruben, in denen sie aufgestellt waren, sind noch sichtbar.

Deutlich größer als Stonehenge
Deutlich größer als Stonehenge

Die nun gefundenen Schächte sind keine Überraschung. Bereits in der Vergangenheit gab es bei Grabungen erste Hinweise darauf. Damals wurden sie allerdings als etwas anderes interpretiert. Erst der Einsatz von moderner Technik zeigte auf, dass diese verschiedenen Strukturen zusammenhängen. Den Forschern präsentierte sich nach der Auswertung ein völlig neues Bild, das Muster wurde so sichtbar. Die Suche erwies sich als gar nicht so einfach. Schließlich gibt es in dieser Gegend rund 200.000 Gruben. Ob ihr Ursprung natürlich oder künstlich ist, galt es herauszufinden. Als die Tiefe und das Alter der 20 Schächte feststanden war klar, dass sie in Zusammenhang mit dem Super-Henge von Durrington Walls stehen. Obwohl die Gegend rund um Stonehenge zu den am besten erforschten Landschaften zählt, machen die Archäologen immer noch neue Entdeckungen. Diese neue prähistorische Struktur ist größer als alles, was man bisher in Großbritannien gefunden hat.